Apertus: Die neue Open-Source-KI aus der Schweiz im Fokus

Zuletzt aktualisiert am: 20. November 2025

Die KI-Welt bleibt in Bewegung – und jetzt mischt auch unser Nachbarland ordentlich mit: Apertus, ein vollständig offenes Sprachmodell aus der Schweiz, sorgt seit September 2025 für Gesprächsstoff. Entwickelt von der ETH Zürich, der EPFL und dem Supercomputerzentrum in Lugano, will Apertus mehr sein als nur eine weitere Alternative zu ChatGPT & Co. – es steht für Transparenz, Compliance und europäische Souveränität.

Doch was macht Apertus so besonders? Das Modell ist komplett open source: von den Parametergewichtungen über die Trainingsdaten bis hin zum Algorithmus ist alles einsehbar. Damit unterscheidet es sich deutlich von den großen US- und China-Playern (Stichwort DeepSeek). Für viele Unternehmen stellt sich die Frage: Kann Apertus eine Rolle in Marketing, Content und internen Anwendungen spielen?

In unseren Ratgebern zu den besten KI-Chatbots und DSGVO-konformen ChatGPT-Alternativen haben wir bereits verschiedene datenschutzkonforme Lösungen wie Mistral vorgestellt – und schon steht mit Apertus das nächste spannende Kapitel der KI-Entwicklung an. Kann es mit den Big Playern mithalten?

In diesem Artikel

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Was ist Apertus?

Apertus ist ein vollständig offenes, mehrsprachiges Large-Language-Model (LLM) aus der Schweiz – entwickelt von EPFL, ETH Zürich und dem Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) im Rahmen der Swiss AI Initiative. Das Team hat Architektur, Gewichte, Trainingsdaten und -rezepte offengelegt und dokumentiert; Ziel ist eine vertrauenswürdige, nachvollziehbare Grundlage, auf der Forschung und Unternehmen aufbauen können. Veröffentlicht wurde Apertus laut ETH Zürich am 2. September 2025.

Kerneigenschaften

  • Zwei Modellgrößen: 8 Milliarden und 70 Milliarden Parameter – beide offen verfügbar.
  • Training & Sprachen: ~15 Billionen Tokens (Worteinheiten)>1.000 Sprachen (inkl. Schweizer Idiome wie Schweizerdeutsch & Rätoromanisch); ca. 40 % der Daten sind nicht-englisch.
  • Transparenz & Compliance: Training ausschließlich auf öffentlich verfügbaren Daten, Beachtung von maschinenlesbaren Opt-outs (auch rückwirkend) sowie EU-AI-Act-Transparenzpflichten.
  • Open-Source-Lizenz: permissiv (Apache-2.0 laut Model Card).
  • Technische Eckdaten: Decoder-only-Transformer, 65.536 Token Kontextlänge, offener Technik-Report & Checkpoints
  • Zielsetzung: „für das öffentliche Interesse gebaut“ – Transparenz, Mehrsprachigkeit und Compliance als Grundprinzipien.

Zugänge & Hosting:

Warum ist Apertus spannend?

Apertus ist nicht einfach „noch ein neues Sprachmodell“. Es hebt sich durch drei Kernpunkte ab, die es gerade für europäische Unternehmen und Organisationen interessant machen:

1. Transparenz & Compliance

Bei kaum einem anderen LLM ist so klar dokumentiert, womit es trainiert wurde. Architektur, Gewichtungen, Datenquellen und Trainingstechniken sind öffentlich – ein Novum in dieser Größenordnung. Damit erfüllt Apertus die Transparenzpflichten des EU AI Act und unterscheidet sich deutlich von US- und China-Modellen, deren Datengrundlagen oft unklar bleiben. Für Firmen, die Wert auf Nachvollziehbarkeit und DSGVO-Konformität legen, ist das ein echter Vorteil.

2. Europäische Souveränität

Bislang dominieren US-Modelle wie ChatGPT, Gemini, Grok, Perplexity oder chinesische Projekte wie DeepSeek den Markt. Mit Apertus setzt die Schweiz ein starkes Signal: leistungsfähige KI kann auch in Europa entstehen – unabhängig von Big Tech. Das stärkt die digitale Souveränität und eröffnet neue Wege für nationale Initiativen oder Forschungspartnerschaften.

3. Sprachvielfalt

Mit über 1.000 unterstützten Sprachen – darunter sogar Schweizer Idiome wie Rätoromanisch – zeigt Apertus eine Bandbreite, die selbst viele etablierte Modelle nicht bieten. Für international aufgestellte Unternehmen, die mehrsprachige Inhalte entwickeln, ist das ein echtes Plus.

Kurzer Vergleich: Apertus, Mistral & ChatGPT

  • Mistral: Unser aktueller Standard für DSGVO-konforme KI-Anwendungen – performant, zuverlässig und datenschutzsicher.
  • ChatGPT: Stark in Usability und Features, aber nicht für sensible Daten geeignet. Für den meisten SEO-Content nutzen wir ChatGPT.
  • Apertus: Das neue Open-Source-Projekt mit maximaler Transparenz und Fokus auf Compliance – aktuell noch weniger ausgereift, aber mit großem Potenzial.

Wenn du tiefer einsteigen willst: In unserem Ratgeber zu DSGVO-konformen ChatGPT-Alternativen zeigen wir, wann welche Lösung sinnvoll ist, und in unserem Überblick zu KI-Chatbots findest du konkrete Anwendungsfälle für Projekte, die nicht datenschutzsensibel sind.

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Reaktionen & Kritik zu Apertus

Seit dem Launch Anfang September 2025 hat Apertus in der KI-Community viel Aufmerksamkeit bekommen – und die Stimmen dazu könnten unterschiedlicher kaum sein.

Auf der einen Seite steht ein großes Interesse und positives Feedback: Laut ETH-Forscher und Mitentwickler Imanol Schlág wurde das Modell bereits über 350.000 Mal heruntergeladen. Besonders erfreulich: Auch andere nationale Initiativen und Forschungsteams weltweit wollen auf Apertus aufbauen. Dass ein europäisches Projekt überhaupt in einem Atemzug mit Big Tech genannt wird, bewertet Schlág als Erfolg – trotz deutlich kleinerer Ressourcen.

Auf der anderen Seite gibt es kritische Stimmen, die bemängeln, dass Apertus nicht mit der Leistungsfähigkeit von ChatGPT mithalten könne. Schlág sagt dazu: „Fehler zu finden, ist nicht schwer. Aber dass wir überhaupt mit Big Tech verglichen werden, ist eigentlich fantastisch.“

Ein genauer Blick zeigt, dass die kleinere Version mit 8 Milliarden Parametern sogar Modelle ähnlicher Größe übertrifft. Das größere 70B-Modell ist zwar stärker, benötigt aber noch Feinschliff, bevor es als ausgereiftes Produkt gelten kann.

Besonders hervorgehoben wird von den Entwicklern das Alleinstellungsmerkmal der Transparenz: Apertus ist das größte Modell, das die Compliance-Anforderungen des EU AI Act erfüllt. Damit hebt es sich deutlich von den proprietären Modellen aus den USA und China ab.

Und wie geht es weiter? Laut Schlág liegt der Fokus nun auf der Weiterentwicklung zur Multimodalität – also dem Verständnis von Bildern oder Audio. Das könnte neue Einsatzmöglichkeiten in Bereichen wie Bildung, Gesundheitswesen oder barrierefreie Kommunikation eröffnen. Parallel wird das Kernteam ausgebaut, um die Entwicklung langfristig zu sichern.

Spannende Einsatzfelder + Quickstart von Apertus

Apertus ist zwar noch kein fertiges Massenprodukt wie ChatGPT – aber genau darin liegt seine Stärke: Es ist eine offene Plattform, die sich flexibel für Forschung, Unternehmen und Content-Projekte einsetzen lässt.

Mögliche Einsatzfelder von Apertus

  • Content-Workflows & SEO: Erste Entwürfe für Blogartikel, Meta-Descriptions oder Snippet-Ideen, die anschließend redaktionell veredelt werden.
  • Wissens-Chatbots intern: Unternehmensdokumente und Policies lassen sich so aufbereiten, dass Mitarbeiter:innen sicher darauf zugreifen können.
  • Mehrsprachige Anwendungen: Mit über 1.000 Sprachen (inkl. Schweizer Idiomen wie Rätoromanisch) eignet sich Apertus für internationale Content-Strategien und Märkte.
  • Forschung, Lehre & Behörden: Dank transparenter Trainingsdaten ist Apertus besonders für öffentliche Einrichtungen interessant, die Wert auf Nachvollziehbarkeit und Compliance legen.

Quickstart: So probierst du Apertus aus

  1. Zugang wählen:
    • über Hugging Face oder Public AI (direkter Test, auch des 70B-Modells, nach Login)
    • über Swisscoms souveräne Swiss-AI-Plattform für Business-Setups
    • oder via AWS SageMaker, wo Apertus ebenfalls bereitsteht
  2. Version auswählen:
    • Das leichtere 8B-Modell für schnelle Tests
    • oder das stärkere 70B-Modell für anspruchsvollere Szenarien.
  3. Deployment starten:
    • Managed-Lösung nutzen
    • Self-Hosting über gängige Inference-Server einrichten.
  4. Sicherheit beachten:
    1. Für sensible Daten zunächst weiterhin Mistral einsetzen
    2. für unkritische Inhalte kann Apertus (oder ChatGPT) genutzt werden.
  5. Pilotprojekt aufsetzen:
    • Einen klar abgegrenzten Use Case starten,
    • Ergebnisse messen (z. B. Content-Qualität,
    • Effizienzgewinn), dann schrittweise ausbauen.

Was bedeutet Apertus für dich?

Für dich als Unternehmen stellt sich nicht nur die Frage, welche KI-Tools es gibt, sondern vor allem, welches Setup wirklich zu deinen Anforderungen passt. Hier setzen wir bei WEVENTURE Performance an:

  • Sensible Daten? → Unsere Empfehlung bleibt Mistral. Das Modell ist erprobt, performant und DSGVO-konform – ideal, wenn es um vertrauliche Informationen oder kritische Unternehmensprozesse geht.
  • Effizienz & Kreativität? → Für unkritische Inhalte wie Ideenfindung, Textentwürfe oder schnelle Antworten sind ChatGPT und Apertus wertvolle Tools. Apertus punktet zusätzlich mit Transparenz und Compliance – gerade spannend für Organisationen, die langfristig auf europäische Standards setzen wollen.
  • Hybrid-Ansatz: In der Praxis kombinieren wir manchmal mehrere Modelle, je nach Use Case. So profitierst du von der Stärke jedes Systems und kannst deine Workflows flexibel gestalten.

Aktuell ist Mistral unsere Standardlösung für datenschutzkonforme KI-Anwendungen.

Aber: Sollten sich die Versprechen von Apertus in der Praxis bewähren, hat das Modell durchaus das Potenzial, in Zukunft selbst zur neuen Standardlösung zu werden. Bis dahin testen wir es konsequent in unseren eigenen Content-Marketing-Prozessen – und richten dir bei Interesse ein passendes Setup ein, das heute schon verlässlich funktioniert und morgen Raum für Innovation lässt.

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Fazit: Jetzt Apertus aufsetzen

Mit Apertus zeigt die Schweiz, dass KI-Entwicklung auch in Europa transparent, datenschutzkonform und innovativ möglich ist. Das Projekt steht noch am Anfang, doch schon jetzt wird klar: Mit seiner Offenheit und der klaren Ausrichtung auf Compliance könnte Apertus mittelfristig zu einem ernstzunehmenden Konkurrent für die Platzhirsche heranwachsen.

Für Unternehmen heißt das: aufmerksam bleiben. Noch setzen wir bei sensiblen Daten konsequent auf Mistral als bewährte DSGVO-konforme Lösung. Gleichzeitig testen wir bei WEVENTURE Performance Apertus in unseren eigenen Content-Marketing-Workflows – um herauszufinden, wo es echte Mehrwerte bringt und wie es sich in hybride Setups mit Mistral und ChatGPT einfügt. Bisher ist unser Eindruck gut, auch wenn das Modell noch ein paar Fehler macht. Dafür erfolgt der Output, ähnlich wie bei Mistral, wesentlich schneller als bei ChatGPT. Langfristig könnte sich Apertus unserer Meinung nach zu einer leistungsstarken Alternative entwickeln.

👉 Wenn du wissen willst, welches KI-Setup für dein Unternehmen sinnvoll ist, sprich uns gerne an. Wir beraten dich individuell, richten dir die passenden Tools ein und begleiten dich dabei, KI sicher und effizient in deinen Alltag zu integrieren.

FAQ zu Apertus

Was bedeutet der Name Apertus?

Apertus kommt aus dem Lateinischen und heißt „offen“. Der Name ist Programm: Das Sprachmodell ist vollständig open source – inklusive Architektur, Gewichtungen und Trainingsdaten.
Mit Apertus haben ETH Zürich, EPFL und das CSCS eine offene Schweizer Alternative zu ChatGPT entwickelt, die besonders auf Transparenz und europäische Compliance setzt.
Apertus erfüllt die Transparenzpflichten des EU AI Act und legt offen, mit welchen Daten es trainiert wurde. Das macht es zu einer guten Grundlage für DSGVO-konforme Setups – vorausgesetzt, die Implementierung im Unternehmen ist sauber aufgesetzt.
Mistral ist ein starkes, praxisbewährtes Modell, das wir aktuell als Standardlösung für sensible Daten einsetzen. Apertus ist transparenter und offener, steht aber noch am Anfang seiner Entwicklung.
Noch nicht. ChatGPT ist ein ausgereiftes Produkt mit breiter Infrastruktur. Apertus versteht sich eher als Plattform für Forschung und Pilotprojekte – mit Potenzial, langfristig in produktiven Umgebungen eingesetzt zu werden.
Du kannst Apertus über Hugging Face, Public AI oder Swisscoms Swiss-AI-Plattform testen. Auch über AWS SageMaker sind Modelle verfügbar.
Apertus deckt über 1.000 Sprachen ab, darunter auch Schweizer Idiome wie Rätoromanisch oder Schweizerdeutsch.
Aktuell sind zwei Varianten veröffentlicht: ein Modell mit 8 Milliarden Parametern und eines mit 70 Milliarden Parametern.
Das Modell wurde von der ETH Zürich, der EPFL und dem Swiss National Supercomputing Centre (CSCS) entwickelt – unterstützt von der Swiss AI Initiative.

Noch nicht. Die Entwickler:innen arbeiten aber bereits daran, das Modell um Bild- und Audioverarbeitung zu erweitern.

Sollte sich das Modell in Praxisprojekten bewähren und weiterentwickelt werden, könnte es mittelfristig zur Standardlösung für DSGVO-konforme KI in Europa aufsteigen. Bis dahin bleibt Mistral unser Standard für sensible Daten.

Autor

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Johannes Becht

Johannes ist Digital Marketing Manager & Copywriter bei WEVENTURE und unterstützt Kund:innen mit seiner Expertise in Content-Strategie und Texterstellung.

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