YouTube geht gegen Gewalt- und Terrorvideos vor

In der bisherigen Diskussion um Hate Speech, Hasskommentare und extremistischen Content war bisher Facebook der Fokus der öffentlichen Diskussion. Der Medienkonzern reagierte mit großen Löschzentren in unter anderem Berlin, Essen und auf den Philippinen. Nun stockt auch die Videoplattform YouTube Personal für die Überprüfung von Content auf.

Smartphone mit YouTube App

Quelle: Pexels


Nun tritt YouTube in der Debatte einen Schritt weiter ins Rampenlicht, mit ihrer Ankündigung mehr Personal für die Überprüfung von gewalttätigen und extremistischen Inhalten bereitzustellen.

Bereits seit Juni diesen Jahres wurden über 2 Millionen Videos und Kommentare manuell von Mitarbeitern überprüft.

Dabei arbeitet YouTube unter anderem mit Kinderhilfsorganisationen wie NCMEC und IWF zusammen, welche besonders schwerwiegende Fälle an die zuständigen Behörden weiterleiten.

 

[...] Our goal is to stay one step ahead of bad actors, making it harder for policy-violating content to surface or remain on YouTube. [...]

Susan Wojcicki, CEO of YouTube

 

Zielsetzung ist die Anzahl von Content-Reviewer in 2018 auf über 10.000 Personen wachsen zu lassen. In diesem Zusammenhang spricht Wojcicki nicht nur von YouTube, sondern von Google gesamt. Dabei wird sich die Frage äußern, wie viele Reviewer letztendlich Google für YouTube zur Verfügung stellen wird.

YouTube setzt wie bisher starke Hoffnung in die Weiterentwicklung seiner maschinengesteuerten Reviewsoftware. Die “maschine-learning algorithms” sind laut YouTube schon jetzt für 98% des entfernten, gewalthaltigen Contents verantwortlich. Müsste dieselbe Menge an Content rein manuell bewältigt werden, wären laut YouTube über 180.000 Vollzeitbeschäftigte im Dauereinsatz.

Die Google-Tochter reagiert mit diesem Schritt auf die negativen Reaktionen von Werbetreibenden. Da Kampagnen immer wieder im Umfeld von gewalttätigen und terroristischen Inhalten ausgespielt wurden, stoppten Unternehmen wiederholt ihre Werbemaßnahmen auf YouTube. Wie auch Facebook verdient der Google-Konzern horrende Summen mit Werbung.

 

Quelle: YouTube Company Blog