Content Curation bedeutet, bestehende Inhalte aus fremden und eigenen Quellen gezielt zu finden, auszuwählen, thematisch zu ordnen und mit einer eigenen Einordnung zu veröffentlichen. Nicht teilen, sondern kuratieren.
Die Ausgangslage ist gut. Laut der Content-Marketing-Studie 2025 der ZHAW und von CH Media — Befragung von 924 Schweizer Unternehmen im Januar 2025 — nutzen 66 % der Unternehmen Content Marketing aktiv und investieren im Schnitt knapp 40 % ihres Marketingbudgets in Content-Massnahmen. Bei Grossunternehmen liegt die Nutzung bei 80 %. Content ist in der Schweiz also längst kein Nebenthema mehr.
Was dabei häufig untergeht: Der Rohstoff liegt meist schon im Haus. Die ZHAW-Zahlen zeigen, dass Schweizer Unternehmen Podcasts, White Paper und Best-Practice-Studien als besonders wirksam einschätzen, aber als zu aufwendig in der Erstellung. Genau hier setzt Kuration an. Sie macht aus dem, was bereits vorhanden ist, ein neues Format: aus einer Fachstudie einen Überblicksartikel, aus einer wiederkehrenden Kundenfrage eine Sammelstrecke, aus verstreuten Quellen eine Einordnung, die es sonst nirgends gibt.
In diesem Artikel
Leadgenerierung durch Content Marketing
Content ist King und bleibt es auch. Lass dich bei einem persönlichen Gespräch ausführlich zu den Potenzialen deines Unternehmens beraten.
Was ist Content-Curation?
Content Curation ist eine redaktionelle Methode: Vorhandene Inhalte Dritter und eigene Bestände werden systematisch beobachtet, geprüft, ausgewählt, in einen Zusammenhang gestellt und mit einer nachvollziehbaren eigenen Bewertung publiziert. Die Leistung liegt nicht im Verfassen neuer Texte, sondern im Urteil darüber, was relevant ist und warum.
Das Bild dahinter stammt aus dem Ausstellungswesen. Eine Kuratorin im Kunsthaus produziert keine Werke — sie trifft Entscheidungen: Was wird gezeigt, was bleibt im Depot, in welcher Abfolge, mit welchem Saaltext. Der Wert entsteht durch Auslassen genauso wie durch Auswählen. Im Marketing funktioniert es identisch: Kuration schafft Übersicht in einem Themenfeld, das für die Leserin allein nicht mehr überschaubar ist.
Wichtig ist die Abgrenzung nach unten. Einen Link auf LinkedIn weiterzugeben, ist Distribution, nicht Kuration. Kuratiert hast du erst, wenn du erklärst, warum diese Quelle es wert ist, wo sie im Widerspruch zu einer anderen steht und was daraus für deine Branche folgt. Blosses Weiterleiten reicht nicht.
Content Curation, Content Creation und Aggregation
Drei Begriffe, die im Alltag durcheinandergehen, aber unterschiedlich viel Arbeit bedeuten:
- Content Creation heisst: originärer Content, komplett selbst verfasst. Teuerste Variante, dafür vollständige Kontrolle über Aussage und Ton.
- Content Curation heisst: fremde und eigene Inhalte auswählen, ordnen, bewerten. Günstiger, weil der Rohstoff existiert — der Aufwand verlagert sich vom Schreiben ins Prüfen.
- Aggregation heisst: automatisiert sammeln, ohne Wertung. Billigste Variante mit dem geringsten Nutzen; innerhalb einer Kuration ein sinnvoller Arbeitsschritt, als Endprodukt zu wenig.
Der Unterschied lässt sich am Ergebnis ablesen: Aggregation liefert eine Linkliste, Kuration eine begründete Auswahl.
Warum Content Curation für Schweizer Unternehmen gerade jetzt zählt
Die ZHAW-Studie zeigt neben den erfreulichen Budgetzahlen auch, was die Adaption von KI im Schweizer Content Marketing bremst: fehlendes Fachwissen, unzureichende interne Strukturen — und Unsicherheiten bezüglich Qualität und Glaubwürdigkeit KI-generierter Inhalte. Studienverantwortliche Nadine Stahl von der ZHAW formuliert es so: Der Einfluss von KI auf Kreativität und Authentizität werde kontrovers diskutiert; einige Unternehmen sähen KI als unterstützendes Werkzeug, andere die Risiken einer zu starken Automatisierung.
Diese Sorge ist berechtigt — und die Daten geben eine erstaunlich klare Antwort darauf. Die SEO-Firma Graphite hat 65’000 englischsprachige Artikel aus den Jahren 2020 bis 2025 klassifiziert: 52 Prozent aller neu veröffentlichten Artikel im Netz sind KI-generiert, vor dem Start von ChatGPT waren es rund 10 Prozent. In einer zweiten Untersuchung über 31’493 Keywords prüfte Graphite, was in Suche und KI-Antworten tatsächlich auftaucht:
- 86 Prozent der Artikel, die in der Google-Suche ranken, sind von Menschen geschrieben — nur 14 Prozent KI-generiert.
- 82 Prozent der Artikel, die ChatGPT und Perplexity zitieren, sind von Menschen geschrieben.
- Auf Position 1 sind gerade 7 Prozent der Artikel KI-generiert. Erscheinen KI-Texte in den Ergebnissen, ranken sie messbar schlechter als menschlich verfasste.
Text ist also im Überfluss vorhanden, Urteilsvermögen im Mangel. Genau darum ist Content-Curation die passende Antwort auf das Glaubwürdigkeitsproblem, das die ZHAW-Studie beschreibt: Sie besteht ausschliesslich aus den Schritten, die KI nicht übernehmen kann.
Ein Detail aus der Graphite-Untersuchung halten wir für den wichtigsten Satz der ganzen Studie: Inhalte, die per KI entworfen und anschliessend redaktionell überarbeitet wurden, haben die Forschenden ausdrücklich nicht mitgemessen — und halten diesen hybriden Weg für die vermutlich wirksamste Strategie. Das ist exakt die Arbeitsweise, für die wir uns bei WEVENTURE entschieden haben: KI beschleunigt Recherche, Clustering und erste Entwürfe, die redaktionelle Haltung bleibt beim Menschen.
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Die fünf Formen der Content Curation
Kuratieren ist nicht gleich Kuratieren. Je nach Ziel eignen sich unterschiedliche Verfahren:
- Destillation — die wichtigsten Aussagen aus mehreren Quellen kompakt verdichten. Für Publikum mit wenig Zeit.
- Aggregation — Beiträge verschiedener Quellen ausführlicher zusammenführen. Die häufigste Form.
- Elevation — ein Thema über viele kleine Beiträge besetzen. Die Frequenz selbst ist die Botschaft.
- Chronology — eine Entwicklung zeitlich ordnen. Ideal für alles, was sich schnell verändert: der Weg des revidierten Datenschutzgesetzes von der Revision bis zur Praxis zum Beispiel.
- Mashup — gegensätzliche Standpunkte nebeneinanderstellen. Die von der ZHAW beschriebene KI-Debatte im Schweizer Marketing ist ein Musterbeispiel.
In der Praxis mischen sich diese Formen: Ein guter kuratierter Artikel destilliert die Kernaussagen, aggregiert die Belege und würzt mit einem Mashup gegensätzlicher Meinungen.
Drei Sprachregionen, drei Quellenwelten — die Schweizer Sonderaufgabe
Das ist der Punkt, an dem sich Content-Curation in der Schweiz grundlegend von der Arbeit in Deutschland unterscheiden kann. Laut Bundesamt für Statistik (Erhebung 2020) nennen 62,3 Prozent der Bevölkerung Deutsch oder Schweizerdeutsch als Hauptsprache, 22,8 Prozent Französisch, 8,0 Prozent Italienisch und 0,5 Prozent Rätoromanisch. Mehrfachnennungen waren möglich.
Für die Kuration heisst das drei konkrete Entscheidungen:
- Für welche Region kuratierst du? Ein rein deutschsprachiges Quellenset blendet ein Viertel des Landes aus. Wenn deine Zielgruppe die Romandie einschliesst, gehören französischsprachige Quellen ins Monitoring — nicht als Übersetzung, sondern als eigene Perspektive. Themen werden in Genf und Lausanne oft anders diskutiert als in Zürich.
- Wie gehst du mit Sprachwechseln um? Ein kuratierter Beitrag, der eine Quelle aus Le Temps zitiert, sollte die Kernaussage auf Deutsch wiedergeben und die Originalquelle klar ausweisen. Das ist mehr Arbeit — und genau der Mehrwert, den eine Leserin in Zürich nirgends sonst bekommt.
- Verwechsle Lokalisierung nicht mit Übersetzung. Eine übersetzte Fassung eines deutschen Textes ist für die Schweiz kein lokalisierter Content. Das gilt für deine Inhalte genauso wie für unsere.
Wer diesen Aufwand betreibt, hat einen Vorteil, der sich nicht kopieren lässt: einen Überblick über ein Thema, den mehrsprachig arbeitende Leser:innen schätzen und einsprachig arbeitende Wettbewerber nicht liefern können.
Schweizer Quellen, die sich zum Kuratieren lohnen
Ein Quellenset ist die Grundlage jeder Kuration. Für den Schweizer Markt hat sich in unserer Arbeit diese Mischung bewährt:
- Deutschschweizer Medien: NZZ, Tages-Anzeiger, Handelszeitung, watson, 20 Minuten — für Wirtschaft, Gesellschaft und Reichweite.
- Fach- und Branchentitel: Netzwoche, cmm360, Werbewoche für Digital, Marketing und IT.
- Romandie und Ticino: Le Temps, RTS, Corriere del Ticino — wenn deine Zielgruppe über die Deutschschweiz hinausgeht.
- Institutionelle Quellen: Bundesamt für Statistik für Daten, EDÖB für Datenschutz, Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum für Urheberrecht, SECO und economiesuisse für Wirtschaftspolitik. Diese Quellen sind unbezahlbar, weil sie belegbar sind — und weil KI-Systeme Inhalte mit nachprüfbaren Primärquellen bevorzugt zitieren.
- Hochschulen: ZHAW, HWZ, Universität St. Gallen liefern regelmässig Studien mit Schweizer Datenbasis. Genau solche Zahlen fehlen in den meisten Beiträgen, die einfach deutsche Statistiken übernehmen.
Der letzte Punkt ist der eigentliche Hebel: Wer in einem Schweizer Beitrag deutsche Marktzahlen verwendet, verliert Glaubwürdigkeit bei genau den Leser:innen, die er erreichen will.
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Urheberrecht: das Zitatrecht nach Art. 25 URG
Hier gilt in der Schweiz nicht das deutsche UrhG, sondern das Bundesgesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (URG), in Kraft seit dem 1. Juli 1993 und zuletzt revidiert per 1. April 2020. Gesetzesstellen werden mit „Artikel“ bezeichnet, nicht mit „§“.
Art. 25 URG regelt das Zitatrecht. Veröffentlichte Werke dürfen zitiert werden, wenn drei Bedingungen erfüllt sind:
- Das Zitat dient der Erläuterung, dem Hinweis oder der Veranschaulichung — es braucht also einen Zitatzweck.
- Der Umfang ist durch diesen Zweck gerechtfertigt. Ein vollständig übernommener fremder Artikel ist kein Zitat, auch nicht mit Quellenangabe.
- Das Zitat als solches und die Quelle werden bezeichnet — und wenn die Quelle den Urheber nennt, auch dieser.
Das ist keine Formalie. Art. 68 URG stellt die vorsätzliche Unterlassung der Quellenangabe in den gesetzlich vorgesehenen Fällen unter Strafe: Auf Antrag der in ihren Rechten verletzten Person wird sie mit Busse bestraft. Es handelt sich um ein Antragsdelikt, die Busse führt nicht zu einem Eintrag im Strafregister — angenehm ist der Vorgang trotzdem nicht.
Bilder: der Lichtbildschutz seit 2020
Der wichtigste Unterschied zur alten Rechtslage betrifft Fotos. Mit der URG-Revision, in Kraft seit dem 1. April 2020, sind auch Fotografien ohne individuellen Charakter geschützt — der sogenannte Lichtbildschutz nach Art. 2 Abs. 3bis URG. Das heisst: Auch der einfache Schnappschuss, das Produktfoto, die Aufnahme ohne jeden künstlerischen Anspruch ist urheberrechtlich geschützt. Die Schutzdauer für Fotografien beträgt 50 Jahre ab Herstellung (Art. 29 Abs. 2 lit. abis URG).
Für die Kuration ist das die relevanteste Änderung der letzten Jahre: Fremde Bilder gehören ohne Lizenz oder ausdrückliche Freigabe nicht in einen kuratierten Beitrag. Auch nicht als Screenshot.
Content Curation in sechs Schritten
So sieht der Prozess aus, den wir in Kundenprojekten fahren:
- Themenkorridor festlegen. Zwei bis vier Felder, in denen du als Stimme wahrgenommen werden willst — nicht mehr.
- Quellenset aufbauen, sprachregional gedacht. Fixe Liste aus Schweizer Publikationen, Hochschulstudien, Fachpersonen und Behörden; bei Bedarf mit Romandie- und Ticino-Titeln.
- Vorsortieren. Automatisiert clustern, verdichten, übersetzen — der Teil, den KI übernimmt.
- Prüfen und werten. Quelle beurteilen, Zahlen gegenlesen, Schweizer Relevanz entscheiden, Zitatgrenzen nach Art. 25 URG einhalten, Position formulieren.
- Format bestimmen. Destillation, Aggregation, Elevation, Chronology oder Mashup — abhängig vom Ziel.
- Wirkung kontrollieren. Über Klicks hinaus: Zitationen in KI-Antworten, eingehende Verlinkungen, Entwicklung der Marken-Suchanfragen.
Der letzte Schritt fällt in der Praxis am häufigsten weg — und ist der einzige, der beantwortet, ob sich die Mühe rechnet.
Datenschutz: revDSG statt DSGVO
Für Schweizer Unternehmen gilt das revidierte Datenschutzgesetz (revDSG), in Kraft seit dem 1. September 2023, ohne Übergangsfristen. Wer beim Kuratieren fremde Social-Media-Posts, Videos oder Feeds einbettet, verarbeitet in der Regel Personendaten und ist damit im Anwendungsbereich.
Drei Unterschiede zur DSGVO, die man kennen sollte:
- Das revDSG schützt nur natürliche Personen. Daten juristischer Personen fallen — anders als früher im schweizerischen Recht — nicht mehr darunter.
- Bussen richten sich gegen Personen, nicht gegen das Unternehmen. Bei vorsätzlichen Verstössen drohen Bussen bis CHF 250’000 gegen die verantwortliche natürliche Person: Geschäftsführerin, CEO, Verwaltungsrat. Das Unternehmen selbst kann nur subsidiär gebüsst werden — mit maximal CHF 50’000 und nur dann, wenn die verantwortliche Person nicht ermittelt werden kann. Das ist ein wesentlicher Unterschied zur DSGVO, die sich an die Organisation richtet.
- Es gibt zwei zusätzliche Kategorien besonders schützenswerter Daten gegenüber der DSGVO.
Praktisch heisst das: Der EDÖB erwartet, dass das Einbetten von Drittdiensten und Social Plugins in der Datenschutzerklärung offengelegt wird. Wer regelmässig kuratiert und dabei einbettet, sollte seine Datenschutzerklärung entsprechend führen — und im Zweifel auf eine Verlinkung statt eine Einbettung ausweichen.
Wenn KI beim Entstehen eines Beitrags beteiligt war, halten wir es zudem für richtig, das nicht zu verstecken. Europaweit gilt ab August 2026 eine Pflicht zur Kennzeichnung bestimmter KI-generierter Inhalte wie Texte und Bilder. In der Schweiz gibt es eine solche KI-Kennzeichnungspflicht noch nicht, kann aber trotzdem relevant sein, wenn sich das Online-Angebot auch an Kundschaft ausserhalb der Schweiz richtet.
Wo KI in der Content Curation hilft — und wo nicht
Das übernimmt KI heute gut: Monitoring in der Breite über hunderte Quellen, Dubletten erkennen, thematisch clustern, längere Dokumente auf verwertbare Aussagen eindampfen, Formatvarianten für LinkedIn oder Newsletter ableiten. Bei mehrsprachigem Monitoring über drei Sprachregionen ist KI dem Menschen klar überlegen — sie liest Französisch und Italienisch ohne Zusatzaufwand.
Das übernimmt KI nicht:
- Quellen bewerten. Ein Sprachmodell erkennt nicht zuverlässig, ob eine Studie methodisch trägt oder ob eine Zahl aus einer Anbieter-Broschüre stammt. Bei WEVENTURE prüfen wir das manuell — es ist der Schritt, an dem die meisten kuratierten Inhalte scheitern.
- Schweizer Relevanz beurteilen. Ob eine deutsche Rechtsänderung für ein Schweizer Unternehmen überhaupt eine Rolle spielt, ist eine Fachfrage. KI-Systeme verwechseln UrhG und URG regelmässig.
- Eine Position beziehen. KI produziert konsensfähige Mitte. Kuration lebt von der Aussage, dass etwas nicht stimmt oder anders zu lesen ist.
- Haftungsfragen klären. Zitatgrenzen nach Art. 25 URG, Lichtbildschutz, Einbettungen unter dem revDSG.
Kurz: KI liefert die Rohstoffe, die redaktionelle Arbeit bleibt.
Sichtbarkeit in KI-Suchen: warum kuratierter Content bevorzugt zitiert wird
Hier schliesst sich der Kreis zwischen Kuration und GEO, der Optimierung für generative Suchsysteme. Die Grundlagenstudie zum Thema — Aggarwal et al., „GEO: Generative Engine Optimization“, Princeton und Georgia Tech, KDD 2024, getestet über rund 10’000 Suchanfragen — zeigt: Quellenangaben, Zitate und Statistiken erhöhen die Sichtbarkeit einer Quelle in generativen Antworten um über 40 Prozent. Bei schwächer platzierten Seiten (Position 5) liegt der Effekt bei 115,1 Prozent. Werblicher Ton wirkt dagegen negativ.
Quellen, Zitate, Statistiken: Das ist präzise die Materialliste eines kuratierten Beitrags. Wer kuratiert, erzeugt die Signale also nebenbei — ein Nebeneffekt, der im Schweizer Markt besonders viel wert ist, weil belegbare CH-Zahlen rar sind und entsprechend gern zitiert werden. Drei Dinge verstärken den Effekt: eine saubere strukturierte Datenauszeichnung, eine Gliederung, die Antworten in abgeschlossenen, zitierfähigen Blöcken liefert, sowie interne Verlinkung.
So arbeiten wir bei WEVENTURE mit Content Curation
Content-Curation klingt einfach und ist es in der Umsetzung selten. Die Arbeit steckt nicht im Schreiben, sondern im Beobachten, Auswählen und Verwerfen — und das braucht Kontinuität.
Was wir mitbringen: WEVENTURE arbeitet mit einem Büro in Zürich und dem Hauptstandort Berlin für Kund:innen in der gesamten DACH-Region, unter anderem auch Schweizer Kund:innen.
Heizungsmacher hat mit SEO- und Content-Arbeit 790 Prozent mehr Sichtbarkeit erreicht. Bei Rebelle haben wir Duplicate Content beseitigt und 1,2 Millionen Seiten neu strukturiert. Für architonic hat Content at Scale 50 Prozent mehr Sichtbarkeit gebracht. Dazu kommen Moneyhouse und Breitling — Schweizer Marken mit Schweizer Anforderungen.
Wie ein Content-Projekt bei uns abläuft:
- Content-Audit. Wir sichten, was bei dir schon existiert: Blogartikel, Studien, Webinare, Vertriebsunterlagen, Kundenfragen. Fast immer finden wir hier den Rohstoff für die nächsten Monate.
- Themenkorridor und Quellenset. Wir legen fest, in welchen Themen und Sprachregionen du sichtbar sein sollst, und bauen das Monitoring dazu auf.
- Redaktioneller Betrieb. Kuratierte Beiträge, Social-Formate und Newsletter-Strecken im festen Takt — KI-unterstützt in der Recherche, redaktionell geprüft in der Aussage, rechtlich auf Schweizer Verhältnisse abgestimmt.
- Messung. Rankings, Klicks, Zitationen in KI-Antworten, Marken-Suchanfragen.
Wenn du nicht weisst, wo du anfangen sollst: Der Content-Audit ist der niedrigschwelligste Einstieg. Er kostet dich ein Gespräch und zeigt dir, wie viel Substanz du schon im Haus hast.
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Fazit
Zwei Drittel der Schweizer Unternehmen betreiben Content Marketing und stecken rund 40 Prozent ihres Marketingbudgets hinein. Gebremst werden sie laut ZHAW nicht vom Budget, sondern von Zweifeln an der Glaubwürdigkeit maschinell erzeugter Inhalte. Kuration löst genau diesen Konflikt: Sie nutzt KI für die Menge und den Menschen für das Urteil — und liefert damit das, was Suchmaschinen wie KI-Systeme messbar bevorzugen.
FAQ: Content-Curation im Content-Marketing
Was versteht man unter Content-Curation?
Content Curation ist eine redaktionelle Methode: Vorhandene Inhalte Dritter und eigene Bestände werden beobachtet, geprüft, ausgewählt, in einen Zusammenhang gestellt und mit einer eigenen Bewertung publiziert. Der Nutzen liegt im Urteil darüber, was relevant ist — nicht im Verfassen neuer Texte. Einen Link weiterzugeben ist Distribution, nicht Kuration.
Was gilt beim Zitatrecht in der Schweiz?
In der Schweiz regelt Art. 25 URG das Zitatrecht. Zitieren ist erlaubt, wenn das Zitat der Erläuterung, dem Hinweis oder der Veranschaulichung dient, der Umfang durch diesen Zweck gerechtfertigt ist und Zitat sowie Quelle bezeichnet werden — inklusive Urheber, falls die Quelle ihn nennt. Wer die Quellenangabe vorsätzlich unterlässt, wird nach Art. 68 URG auf Antrag der verletzten Person mit Busse bestraft.
Darf ich fremde Bilder in einen kuratierten Beitrag übernehmen?
Nur mit Lizenz oder ausdrücklicher Freigabe. Seit der URG-Revision vom 1. April 2020 sind auch Fotografien ohne individuellen Charakter geschützt (Lichtbildschutz nach Art. 2 Abs. 3bis URG) — also auch einfache Schnappschüsse und Produktfotos. Die Schutzdauer beträgt 50 Jahre ab Herstellung.
Was muss ich beim Datenschutz beachten, wenn ich Social-Media-Posts einbette?
Es gilt das revidierte Datenschutzgesetz revDSG, in Kraft seit dem 1. September 2023. Eingebettete Drittinhalte verarbeiten in der Regel Personendaten; der EDÖB erwartet, dass solche Einbettungen in der Datenschutzerklärung offengelegt werden. Anders als unter der DSGVO richten sich Bussen bis CHF 250’000 gegen die verantwortliche natürliche Person; das Unternehmen kann nur subsidiär und mit maximal CHF 50’000 gebüsst werden.
Wie berücksichtige ich die Schweizer Mehrsprachigkeit beim Kuratieren?
Laut Bundesamt für Statistik (2020) nennen 62,3 Prozent Deutsch oder Schweizerdeutsch, 22,8 Prozent Französisch, 8,0 Prozent Italienisch und 0,5 Prozent Rätoromanisch als Hauptsprache. Wenn deine Zielgruppe über die Deutschschweiz hinausgeht, gehören französisch- und italienischsprachige Quellen ins Monitoring — mit Kernaussage auf Deutsch und klar ausgewiesener Originalquelle. Eine übersetzte deutsche Fassung ist kein lokalisierter Schweizer Content.
Ersetzt KI die Content Curation?
Nein, sie verschiebt die Arbeit. KI übernimmt Monitoring, Clustering, Zusammenfassungen und Übersetzungen deutlich schneller als Menschen. Die Bewertung von Quellen, die Einschätzung der Schweizer Relevanz und das Beziehen einer Position bleiben redaktionelle Aufgaben. Die ZHAW-Studie 2025 nennt Unsicherheiten zur Glaubwürdigkeit KI-generierter Inhalte als eine der Bremsen für die KI-Adaption in der Schweiz — kuratierter Content ist die direkte Antwort darauf.
Wie verbreitet ist Content Marketing in der Schweiz?
Laut der Content-Marketing-Studie 2025 der ZHAW und von CH Media, basierend auf einer Befragung von 924 Schweizer Unternehmen im Januar 2025, nutzen 66 Prozent der Unternehmen Content Marketing aktiv. Bei Grossunternehmen sind es 80 Prozent. Im Schnitt fliessen knapp 40 Prozent des Marketingbudgets in Content-Massnahmen — 2021 waren es noch 33 Prozent.
Welche Formen der Content Curation gibt es?
Fünf etablierte Formen: Destillation (Kernaussagen verdichten), Aggregation (Quellen ausführlich zusammenführen), Elevation (ein Thema über viele kleine Beiträge besetzen), Chronology (Entwicklung zeitlich ordnen) und Mashup (gegensätzliche Standpunkte gegenüberstellen). In der Praxis werden sie kombiniert.
Wie trägt Content Curation zu SEO und KI-Sichtbarkeit bei?
Kuratierte Inhalte enthalten genau die Signale, die generative Suchsysteme belohnen. Die Studie „GEO: Generative Engine Optimization“ (Princeton / Georgia Tech, KDD 2024) zeigt, dass Quellenangaben, Zitate und Statistiken die Sichtbarkeit einer Quelle in KI-Antworten um über 40 Prozent steigern — bei schwächer platzierten Seiten um bis zu 115,1 Prozent. Werblicher Ton wirkt gegenläufig.
Selber kuratieren oder auslagern?
Das hängt an der Kontinuität. Kuration funktioniert nur als laufender Prozess. Unternehmen mit eigener Redaktionsplanung schaffen das intern. Fehlen Zeit oder Routine, lohnt sich eine Agentur, die Quellenset, Tools, Redaktion und Auswertung übernimmt — und die den Schweizer Rechtsrahmen kennt.